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Reisebericht / 03.–05.10.2026

Ein Wochenende in den Bergen – vom Eibsee auf die Zugspitze

Vom Eibsee über Ehrwald und den Stopselzieher auf die Zugspitze: mein Wochenende in den Bergen, mit schönen Aussichten und einem Aufstieg an meine Grenzen.

Garmisch-Partenkirchen · Ehrwald · Zugspitze

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Ben mit erhobenen Armen am goldenen Gipfelkreuz der Zugspitze
Am Gipfelkreuz der Zugspitze.

Samstagmorgen ging es für mich nach Garmisch-Partenkirchen. Für das Wochenende hatte ich mir vorgenommen, Zeit in den Bergen zu verbringen, den Eibsee anzuschauen und am Sonntag von Ehrwald auf die Zugspitze zu wandern. Dass mich dieser Aufstieg zwischendurch ziemlich an meine Grenzen bringen würde, wusste ich da noch nicht.

Am Samstag war erst mal alles ganz entspannt. Ich war am Eibsee unterwegs, bin am Wasser entlanggelaufen und habe immer wieder Fotos gemacht. Das klare Wasser, die unterschiedlichen Blautöne und die Berge direkt dahinter waren schon richtig schön. Man schaut nach oben zur Zugspitze und weiß, dass man am nächsten Tag dort stehen möchte. Von unten wirkte das allerdings noch deutlich unkomplizierter.

Danach habe ich bei Dean & David gegessen, bevor es abends weiter nach Ehrwald ging. Dort habe ich im Hostel eingecheckt. Viel Zeit zum Ausschlafen war nicht vorgesehen: Am Sonntag ging es um 05:40 Uhr los.

Ben auf einem Waldweg mit dem Eibsee und den Bergen im Hintergrund
Ben auf einem Waldweg mit dem Eibsee und den Bergen im Hintergrund
Blick zwischen Bäumen auf das klare Wasser des Eibsees
Blick zwischen Bäumen auf das klare Wasser des Eibsees

Früh los und langsam Richtung Gipfel

Als ich gestartet bin, war es noch komplett dunkel. Anfangs lief die Wanderung eigentlich ganz gut. Meine Klamotten haben gepasst, mir war weder zu kalt noch zu warm und ich kam gut voran. Langsam wurde es hell, die Berge wurden sichtbar und unten im Tal lagen die Wolken. Für diese Aussicht hatte sich das frühe Aufstehen schon gelohnt.

Zwischendurch habe ich mich kurz hingesetzt, die Aussicht genossen und ein Monster getrunken. Bis dahin war ich noch relativ entspannt. Es war anstrengend, aber ungefähr so, wie ich mir eine längere Bergwanderung vorgestellt hatte.

Ab etwa sieben Uhr begegnete ich anderen Wanderern. Einige kamen mir entgegen, andere waren ebenfalls auf dem Weg nach oben. Dabei fiel mir auf, dass sie alle einen Helm und Kletterausrüstung dabei hatten. Sie fragten mich, ob ich auch entsprechend ausgerüstet sei. War ich nicht. Mir war vorher nicht klar gewesen, dass meine Route über einen Klettersteig führte.

Spätestens da dachte ich: Ach du Scheiße, was habe ich mir hier vorgenommen?

Ich habe überlegt, ob ich umkehren sollte. Der Weg nach oben war stellenweise schon voller losem Geröll gewesen, und der Gedanke, dort wieder herunterzugehen, hat mir ebenfalls Sorgen gemacht. Ich bin schließlich weitergegangen. Rückblickend hatte ich die Tour deutlich unterschätzt. Dass der Rückweg schwierig erschien, machte den weiteren Aufstieg ohne passende Ausrüstung natürlich nicht sicherer.

Rosa Morgenhimmel über den Bergen und einem Wolkenmeer
Rosa Morgenhimmel über den Bergen und einem Wolkenmeer
Wanderschuhe bei einer Pause auf Geröll mit Blick über die Wolken im Tal
Wanderschuhe bei einer Pause auf Geröll mit Blick über die Wolken im Tal

Der Stopselzieher

Am Stopselzieher-Klettersteig wurde aus dem Wandern dann richtiges Klettern. Zwischendurch war ich dort komplett allein. Vor mir niemand zu sehen, hinter mir ebenfalls niemand. Dann stand ich vor einer Felsstelle und wusste erst mal überhaupt nicht, wie ich da hochkommen sollte.

Ich bin hochgekommen, aber genau dort hätte ich mir eine Sicherung gewünscht. Es ging nicht mehr nur darum, ob meine Kraft reicht. Ich hatte wirklich Angst, abzurutschen und zu fallen. Mein Puls war zeitweise bei ungefähr 180 bis 190 – gefühlt vor allem wegen der Anspannung.

Von den schwierigsten Stellen gibt es deshalb keine Fotos. Mein Handy war weg, mein Kopf komplett bei der Sache. Die Gummibärchen hatte ich griffbereit in der Hosentasche, aber ansonsten ging es in diesen Momenten nur um den nächsten Schritt und einen sicheren Halt.

Später holten mich andere Wanderer ein. Mit ihnen weiterzugehen hat mir geholfen. Ich konnte sehen, wo sie ihre Füße hinsetzten, und sie machten mich auf rutschige Stellen aufmerksam. Anspruchsvoll blieb es trotzdem, aber ich wurde langsam etwas ruhiger.

Mit dem Wetter hatte ich großes Glück. Es hat nicht geregnet, der Himmel war klar und bis auf einzelne feuchte Stellen war der Fels trocken. Ich war froh, dass nicht auch noch schlechtes Wetter dazukam.

Steiniger Pfad durch steiles, graues Felsgelände beim Aufstieg zur Zugspitze
Steiniger Pfad durch steiles, graues Felsgelände beim Aufstieg zur Zugspitze

Endlich oben

Irgendwann hatte ich das schwierigste Gelände hinter mir und kam oben auf der Aussichtsplattform an. Von dort ging es noch die letzten Meter zum Gipfelkreuz.

Das Foto dort zeigt natürlich nur den Moment am Ende. Man sieht die Aussicht, das Kreuz und mich daneben. Was man nicht sieht, sind die Zweifel und die Angst auf dem Weg. Ich war einfach froh und stolz, angekommen zu sein.

Trotzdem gehört für mich auch dazu, ehrlich zu sagen: So würde ich die Tour nicht noch einmal machen. Beim nächsten Mal würde ich mich genauer mit der Strecke beschäftigen und mit passender Ausrüstung losgehen.

Oben habe ich mich dann erst mal hingesetzt und einen Germknödel mit Vanillesoße gegessen. Endlich in Ruhe die Aussicht genießen und langsam realisieren, dass ich tatsächlich von Ehrwald bis hier hochgelaufen war.

Zurück nach unten ging es mit der Seilbahn. Anschließend war ich noch einmal am Eibsee und habe die Füße ins kalte Wasser gehalten. Das tat nach dem Aufstieg richtig gut. Danach gab es wieder etwas bei Dean & David zu essen.

Ben auf der Zugspitze mit dem Eibsee tief unten im Tal
Ben auf der Zugspitze mit dem Eibsee tief unten im Tal
Germknödel mit Vanillesoße und ein Getränk auf der Sonnenterrasse
Germknödel mit Vanillesoße und ein Getränk auf der Sonnenterrasse

Noch eine kleine Runde vor der Heimfahrt

Am Montagmorgen hat es zunächst geregnet. Danach ging es endlich bei Spar einkaufen. Ich habe mich tatsächlich gefreut, mal wieder in einem Supermarkt zu stehen: Am Samstag war in Deutschland Feiertag gewesen, und in Österreich hatte ich die frühen Schließzeiten verpasst. Vor der Zugspitze war deshalb nichts mehr mit Einkaufen geworden.

Zwischen dem Einkauf und meiner Heimfahrt mit dem Zug war noch Zeit für eine kleine Wanderung. Also bin ich noch einmal für etwa anderthalb Stunden durch den Wald einen Berg hochgelaufen. Ein schöner Abschluss, bevor es zurück nach Hause ging.

Und dann gibt es noch das Foto vom Sessel. Ich hatte mich mit meinem verschwitzten Gymshark-Shirt hingesetzt und erst danach bemerkt, dass ich einen Abdruck auf dem Leder hinterlassen hatte. In Herzform. War keine Absicht, aber immerhin ein ziemlich persönliches Andenken an das Wochenende.

Schmaler Wanderpfad durch einen grünen Wald mit Laub und moosbewachsenen Steinen
Schmaler Wanderpfad durch einen grünen Wald mit Laub und moosbewachsenen Steinen
Abdruck des Gymshark-Shirts auf einem braunen Ledersessel
Abdruck des Gymshark-Shirts auf einem braunen Ledersessel

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Ben auf einem Waldweg mit dem Eibsee und den Bergen im Hintergrund

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